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Suchtprävention im Spannungsfeld von sozialer Kontrolle und Handlungskompetenz

08.07.10 (Prodeia)

Hiermit stelle ich meine Diplomarbeit im Fach „Sozialpädagogik“ an der BUGH-Wuppertal von Januar 2001 zum Download zur Verfügung.

Hier ein kleiner Auszug aus der Einleitung:

Das Thema Prävention ist beliebt. Vorbeugend scheinen sich alle zukünftigen Übel vermeiden zu lassen, scheinen sich die Disziplinen gegenseitig den Rang abzulaufen oder diesen zu relegitimieren. „Bevor es zu spät ist“ scheint der richtige Zeitpunkt, „ist viel zu früh“ regen sich die Stimmen der Kritik und sehen das Kind schon aus dem Brunnen gezogen, noch bevor es diesen erreicht hat. „Ursachenbezogen“, „lebensweltorientiert“ und „individuell“ scheint die richtige Devise, „individualisierend“, „institutionalisierend“ und „pädagogisierend“ reiben sich die eher Kritischen an dem Brunnen, der da jedem Kinde vor die Tür gestellt wird.

„Sucht ist Krankheit“, so argumentiert, wer die Gesundheit und deren Kosten im Blick behält. „Sucht ist Delinquenz“ redet, wer sich an Recht und Ordnung hält und im Rahmen der Legalität als sicher vermutet. „Sucht betrifft mich nicht“ meint der, der sich allabendlich beim Bier die Willenlosen, die Schwachen, die Bemitleidenswerten und auch die Süchtigen mittels Fernsehen in die Wohnung lädt. Sucht ist der Inhalt des Brunnens und jeder Schritt das Risiko ihn nicht zu sehen. „Sucht läßt sich nur multifaktoriell betrachten“ sagt der, der sich den Weg zum Brunnen und diesen selbst verständlich machen will und bleibt doch allzuoft beim Gehenden.

Die Brunnen gibt es, heute sicher mehr denn je, unbestreitbar auch die Kinder. Aber allein die Frage, wie sich denn das Übel Sucht vorbeugend vermeiden ließe verweist auf ein ganz eigenes Spannungsfeld. Der weite Rahmen ist daher erforderlich, um den Blick auf die Ebene zwischen den Spannungspolen freizugeben. Spannungspole, die im Rahmen der Sozialpädagogik, als „Leitwissenschaft“ der sozialen Arbeit, als das „doppelte Mandat“ aus „Hilfe“ und „Kontrolle“ hinlänglich bekannt sind.

So erweist sich der weite Rahmen, den sich diese Arbeit gesteckt hat, wohl als Gefahr, die beachtet werden will, vor allem aber als idealtypische Abgrenzung zweier Wendepunkte, zwischen denen sich der Blick freigibt für eine sozialpädagogische Betrachtung von Suchtprävention. Gerade unter Rückbezug auf den gesteckten Rahmen erhält diese Betrachtungsweise besondere Relevanz. Eben der einen Gefahr entronnen, bedarf es einer besonderen Vorgehensweise, um nicht aus purer Lust am Blick durch dieses „Weitwinkelobjektiv“ (Rauschenbach/ Ortmann/ Karsten 1993: 9) die Schärfe zu verlieren.

Der Download befindet sich hier:

Diplomarbeit-Roman-Müllenschläder-signed.pdf (91 Downloads)

Über Kommentare würde ich mich sehr freue!

Roman Müllenschläder

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